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Wuppertal Institut: Positionspapier zum Kunststoffrecycling

Porträtfoto Prof. Dr. Henning Wilts

Das Institut hat im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sechs Lösungen zur Unterstützung der Branche erarbeitet.


Das Papier des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag der DBU zur Untersuchung der wirtschaftlichen Situation der Kunststoffrecyclingbranche wurde im Mai auf der Umwelttechnologiemesse IFAT in München vorgestellt. Nach Einschätzung des Wuppertal Instituts steht die Kunststoffrecyclingbranche in Deutschland unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Die Autoren weisen in der Studie auf strukturelle Marktfehlstellungen hin und formulieren sechs strategische Handlungsoptionen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Sekundärrohstoffen langfristig zu sichern. Laut Branchenanalyse zeigt sich eine aktuelle Schwäche bei der Rezyklatnachfrage, wodurch mittelständischen Recyclingunternehmen die Investitionssicherheit fehle. Bundesweit liegt der Rezyklatanteil laut Studie derzeit bei unter 20 Prozent. Die Autoren weisen darauf hin, dass am 12. August 2026 die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in Kraft tritt und, dass deren verbindliche Mindestquoten, wie etwa 30 Prozent Rezyklatanteil bei bestimmten PET-Verpackungen und Einweggetränkeflaschen, jedoch erst ab dem 1. Januar 2030 greifen werden. Laut Studienleiter Prof. Dr. Henning Wilts (Foto) besteht durch den aktuellen Kapazitätsabbau in der deutschen Recyclingwirtschaft und die kommenden EU-Vorgaben das Risiko einer zukünftigen Rezyklatlücke, die vermehrt Importe erforderlich machen könnte. Um dem Verlust von Marktstrukturen und technologischem Know-how entgegenzuwirken, empfiehlt das Positionspapier sechs zentrale Maßnahmen, darunter die Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle, eine Reduzierung der Materialvielfalt, den gezielten Einsatz öffentlicher Beschaffung zur Nachfrageförderung sowie eine global koordinierte Plastikabgabe, die Umweltkosten fossiler Rohstoffe stärker berücksichtigt. Zudem sollten nach Ansicht der Autoren Recyclingtechnologien schneller in den industriellen Maßstab gebracht werden. Die DBU betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, den Übergang von linear organisierten Wertschöpfungsketten hin zu einer Circular Economy durch innovationsfördernde Rahmenbedingungen zu unterstützen.
 
Weitere Information: externer Link zum Download des Positionspapiers auf der DBU-Webseite
 
Quellen:

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