TecPart veröffentlicht Marktdaten zur Kunststoffverarbeitung
Im Jahr 2025 hat sich der Abwärtstrend laut Verband zwar spürbar abgeschwächt, eine Trendwende sei aber noch nicht erreicht.
Die Kunststoffverarbeitung in Deutschland hat im Jahr 2025 erneut an Umsatz und verarbeiteter Menge verloren, teilt der TecPart Verband Technische Kunststoff-Produkte mit. Der Gesamtumsatz sank den Angaben zufolge um 0,9 Prozent auf 69 Milliarden Euro. Besonders betroffen ist das Segment der technischen Kunststoffprodukte mit einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent bzw. einem Verlust von rund 0,5 Milliarden Euro. Die verarbeitete Menge in der gesamten Kunststoffverarbeitung sank den Angaben zufolge in 2025 von 12,3 auf 12,2 Millionen Tonnen. Bei technischen Teilen verringerte sie sich laut TecPart von 3,02 auf 2,98 Millionen Tonnen. Leicht zugenommen habe der Einsatz von Rezyklaten. Die Rezyklatmenge stieg demnach um 1 Prozent auf 2,42 Millionen Tonnen, die Rezyklatquote von 19,5 auf 19,7 Prozent.
Für das Geschäftsklima ergibt sich laut TecPart in den für technische Kunststoffprodukte zentralen Abnehmerbranchen ein gemischtes Lagebild. Die Automobilindustrie bleibe angespannt, weise jedoch erste Stabilisierungstendenzen bei Auftragseingängen und Produktion auf. Maschinenbau sowie Elektro- und Elektronikindustrie blickten vorsichtig optimistisch in die Zukunft, bewerteten die aktuelle Lage allerdings weiterhin negativ. Die chemische Industrie leide weiterhin unter hohen Energiekosten, schwacher Auslastung und Preisdruck. Zusätzliche Unsicherheiten sieht TecPart durch aktuelle geopolitische Entwicklungen, insbesondere den Nahostkonflikt, der die Rohstoffversorgung belaste und zu steigenden Materialpreisen führen könne.
Für 2026 erwartet die Branche laut TecPart insgesamt eine Bodenbildung – eine spürbare Belebung könne jedoch noch auf sich warten lassen. Nachdem konjunkturelle Indikatoren für 2026 wie etwa Bruttoinlandsprodukt, Ausrüstungsinvestitionen und Arbeitslosenquote auf eine leichte Aufhellung hindeuteten, habe sich auch die Stimmung in der Kunststoffverarbeitung auf niedrigem Niveau verbessert und für die kommenden sechs Monate würden laut einer Verbandsbefragung vermehrt Impulse erwartet. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erwarten laut Umfrage gleichbleibende oder steigende Umsätze. Auch hätten Unternehmen teils sprunghafte Anstiege bei der Nachfrage verzeichnet und infolgedessen eine verbesserte Auslastung der Produktion. Gleichzeitig seien freie Kapazitäten und Verdrängungseffekte in einzelnen Wertschöpfungsstufen erkennbar und die Auftragslage seit über 24 Monaten zu schwach, um größere Investitionen breit anzustoßen. Positiv zeige sich die Entwicklung im Bereich Beschäftigung: Der Anteil der Unternehmen, die Personal abbauen wollen, sinke deutlich. Die Mehrheit rechne mit stabiler Beschäftigung.
TecPart fordert die Politik auf, zügig verlässliche Rahmenbedingungen für die kunststoffverarbeitende Industrie zu schaffen, damit aus den aktuellen Signalen eine belastbare Trendwende entsteht und die Kreislaufambitionen umgesetzt werden können. „Wenn Europa Kreislaufwirtschaft für Fahrzeuge und Elektro- und Elektronikprodukte verbindlich macht, braucht es einen Kurs, der in der Praxis funktioniert: Strompreis runter, Anreize für Rezyklateinsatz hoch, Berichtspflichten spürbar kürzen oder vertagen,“ betont Michael Weigelt, Geschäftsführer des TecPart.
Quellen:
- Pressemitteilung TecPart (27.3.2026)
- Foto: © TecPart