Neue Studie zeigt Kapazitätslücken beim Recycling von PET-Schalen auf
Das Forum Rezyklat hat die Studie zu Recyclingkapazitäten, Sortierung und Design für Recycling veröffentlicht.
Die vom Forum Rezyklat unter Beteiligung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. beauftragte Studie wurde vom Institut cyclos – HTP, der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP durchgeführt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die vorhandenen Recyclingkapazitäten deutlich ausgebaut werden müssten, um die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) an ein Recycling in industriellem Maßstab zu erfüllen. Die Untersuchung analysiert laut Forum Rezyklat das Marktaufkommen von PET-Schalen, bestehende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen sowie die Voraussetzungen für ein Tray-to-Tray-Recycling gemäß PPWR. Für eine Skalierung im Sinne der PPWR sind demnach Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich. Ein geschlossener Kreislauf für Schalen aus Polyethylenterephthalat (PET) ist laut Studie jedoch grundsätzlich umsetzbar. Technologien für die Sortierung und Rückführung dieser Verpackungen in den Materialkreislauf stehen demnach zur Verfügung, werden aber derzeit nicht flächendeckend eingesetzt.
Laut den Autoren werden PET-Schalen in Deutschland aktuell zu rund 18 Prozent zu neuem Rezyklat verarbeitet und weisen damit im Vergleich zu anderen Kunststoffverpackungen eine deutlich geringere werkstoffliche Recyclingquote auf. Deutschland verzeichnet laut Studie mit 144.000 Tonnen im Jahr den größten Verbrauch an PET-Schalen in der EU. Insgesamt fallen in der EU-27 laut Studie jährlich rund 824.000 Tonnen solcher PET-Verpackungen an. Die heute installierten Recyclingkapazitäten für PET-Schalen beziffert die Studie auf etwa 235.000 bis 250.000 Tonnen. Für 2035 wird eine rechnerische Lücke von rund 454.000 Tonnen prognostiziert. Gemäß der Definition von „in großem Maßstab recycelten Verpackungsabfällen“ (Recycling at Scale, RaS) nach Artikel 3 Absatz 39 der PPWR muss sichergestellt werden, dass mindestens 55 Prozent einzelner Verpackungskategorien rezykliert werden. Um ein Recycling in industriellem Maßstab gemäß PPWR ab 2035 zu erreichen, wären den Autoren zufolge europaweit dann Recycling-Inputkapazitäten von rund 697.000 Tonnen pro Jahr erforderlich. Das Volumen entspreche der Leistung von etwa sechs bis acht Großanlagen. Hemmnisse für den Ausbau des Recyclings identifiziert die Studie unter anderem in derzeitigen Preisunterschieden zwischen Primär-PET und Rezyklat sowie fehlenden langfristigen Abnahmeverträgen..
Lisa Marie Ruffert, Circular Consultant bei BellandVision und Leiterin des Arbeitspakets PET-Schalen des Forum Rezyklat, erklärt: „Die Studie bietet einen belastbaren Überblick, der die aktuellen Herausforderungen verdeutlicht und Lücken klar identifiziert. Entscheidend ist jetzt, die identifizierten Handlungsfelder gemeinsam entlang der Wertschöpfungskette anzugehen“.
Die zweite Phase der Studie hat das Forum Rezyklat eigenen Angaben zufolge bereits beauftragt. Diese soll für die Jahre 2030 und 2040 unter Berücksichtigung der Anforderungen der PPWR an ein Recycling in industriellem Maßstab Technologieszenarien entwickeln und dafür Materialbilanzen sowie belastbare Kostenschätzungen liefern.
Weitere Information: Die vollständige Publikation „PET-Schalenrecycling: Status quo, Herausforderungen und Zukunftsszenarien – Phase 1“ wird auf der Webseite des Forum Rezyklat kostenfrei zum Download angeboten.
Quellen:
- Pressemitteilung Forum Rezyklat (9.9.2026)
- Foto: © Forum Rezyklat / KI generiertes Bild