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Meereskunststoff wird zu Lebensraum

Einer Untersuchung zufolge bieten Kunststoffabfälle Küstenarten ein neues Zuhause, was aber das ökologische Gleichgewicht gefährden könnte.

 

Krebse, Muscheln und Seepocken aus Küstenregionen fanden laut der Studie von Forscherinnen und Forschern vom Smithsonian Environmental Research Center (SERC) in Edgewater (Maryland) auf dem zwischen Hawaii und Kalifornien treibenden Großen Pazifischen Müllstrudel – einem 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet – eine neue Heimat auf dem offenen Meer. In ihrem in „Nature Communications“ veröffentlichten Bericht warnen sie, dass solche nun auf dem offenen Meer existierenden Cluster das Ökosystem der Ozeane aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Schwimmende Abfälle wie Kunststoffnetze, Bojen und Flaschen, die in die Wirbel gespült werden, könnten, so die Vermutung der Forschenden, die Organismen aus Küstengebieten mitbringen. Wenn die Küstenarten auf den Kunststoffstücken wie auf Flößen in neue Gebiete reisen, könnten sie zudem dort zu invasiven Spezies werden, erklärt Linsey Haram vom SERC. Haram hatte für die Studie gemeinsam mit dem Ocean Voyages Institute 103 Tonnen Plastik und andere Abfälle aus dem Großen Pazifischen Müllstrudel eingesammelt und dann analysiert. Dabei habe sich gezeigt, dass Küstenarten wie Anemonen und Flohkrebse nicht nur auf Meereskunststoff überleben, sondern sogar dort gedeihen. Bislang war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der offene Ozean für Küstenorganismen nicht bewohnbar sei, so Co-Autor Greg Riuz. Die Studie zeige, dass Plastikmüll einen Lebensraum biete und Küstenorganismen dort Nahrung fänden. Wie genau, sei allerdings noch zu klären.
 

Quellen:

  • forschung-und-wissen.de (3.12.2021)
  • spiegel.de (6.12.2021)
  • Foto: @ SERC

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