bvse: Politik muss Kreislaufwirtschaft im Blick behalten
Das forderte der bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung auf seiner Jahrestagung kürzlich in Köln.
bvse-Präsident Henry Forster betonte, er sehe umwelt- und kreislaufwirtschaftspolitische Themen innerhalb der Bundesregierung zunehmend von anderen Krisen überlagert und damit etablierte Sammel- und Verwertungssysteme, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, gefährdet. Die Branche stehe aktuell vor mehreren massiven wirtschaftlichen und regulatorischen Hürden, die das System ins Wanken bringen könnten, stellte Forster in einer Bestandsaufnahme der aktuellen Lage fest. Angesichts von Kriegen, wirtschaftlichen Problemen und internationalen Handelskonflikten drohten Umwelt- und Kreislaufwirtschaftspolitik aus dem Blickfeld zu geraten. Diese Entwicklung bereite ihm große Sorgen. Kritik übte er grundsätzlich am politischen Umgang mit Rohstoffen. Gerade ein rohstoffarmes Industrieland wie Deutschland müsse der Nutzung von Sekundärrohstoffen wesentlich größere Bedeutung beimessen. Das betreffe inzwischen nicht nur Primärrohstoffe, sondern zunehmend auch die im eigenen Land gewonnenen Sekundärrohstoffe. Forster kritisierte zudem die Bürokratie und forderte, dass Genehmigungsverfahren, staatliche Strukturen und Institutionen Unternehmertum ermöglichen und stärken sollten, anstatt zusätzliche Hemmnisse aufzubauen. Gleichzeitig gebe es laut Forster aber gute Gründe für Zuversicht: Gerade für junge Menschen könne die Recycling- und Entsorgungswirtschaft mit sinnstiftender Arbeit und sicheren beruflichen Perspektiven punkten.
Abschließend rief Forster zu einer deutlich engeren Zusammenarbeit mit anderen Verbänden auf. Angesichts wachsender wirtschaftlicher, regulatorischer und geopolitischer Unsicherheiten müsse die Recyclingwirtschaft ihre gemeinsamen Interessen stärker bündeln.
Quellen:
- Pressemitteilung bvse (5.10.2026)
- Foto: © bvse