BDE: Industriestrompreis auch für Recycler
Der BDE hat dem Bundeswirtschaftsministerium ein Gutachten zur Anerkennung des Teilsektors „Rückgewinnung“ vorgelegt.
Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft fordert laut einer aktuellen Mitteilung erneut die Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette der Recyclingwirtschaft in den geplanten Industriestrompreis. Der Verband hatte bereits wiederholt kritisiert, dass zahlreiche energieintensive Tätigkeiten der Recyclingwirtschaft bislang nicht von maßgeblichen Förderinstrumenten erfasst sind. Nun hat er nach eigenen Angaben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) ein von der PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) erstelltes Gutachten vorgelegt, nach dem auch der Recyclingsektor die gemäß europäischem Rechtsrahmen vorgesehenen Schwellenwerte für den Industriestrompreis erreicht bzw. deutlich überschreitet. Zum Hintergrund verweist der BDE darauf, dass gemäß dem europäischen Beihilferahmen „Clean Industrial Deal State Aid Framework“ (CISAF) Mitgliedstaaten weitere (Teil-)Sektoren in den Anwendungsbereich des Industriestrompreises aufnehmen können, sofern bestimmte Schwellenwerte erfüllt sind. Maßgeblich seien insbesondere Handelsintensität, Stromintensität sowie deren Produkt auf Unionsebene, betont der BDE. Laut Gutachten überschreitet der Teilsektor „Rückgewinnung“ mit Werten für die Handels- und Stromintensität von jeweils mindestens fünf Prozent die maßgebliche Zwei-Prozent-Schwelle deutlich, ebenso wie die Kennzahl für das Produkt aus beidem, so der BDE.
„Die Kreislaufwirtschaft ist essenziell, um den Produktionsstandort Deutschland resilient aufzustellen. Der Industriestrompreis ist unverzichtbar, damit Kreislaufwirtschaft in Deutschland wettbewerbsfähig betrieben und Investitionen angestoßen werden können,“ erklärt Matthias Harms, kommissarischer Präsident des BDE. Als energieintensive Branche sei die Recyclingwirtschaft von den hohen Energiepreisen besonders betroffen. Aus Sicht des BDE sei es daher das falsche Signal, ausgerechnet Unternehmen der Kreislaufwirtschaft, die trotz hohem Energieeinsatz einen entscheidenden Beitrag für CO2-Einsparung und Rohstoffsicherung leisten, den Zugang zu wettbewerbsfähigen Strompreisen zu verwehren, so Harms weiter.
Quellen:
- Pressemitteilung BDE (4.3.2026)
- Foto: © BDE