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BDE begrüßt „Made in Europe“-Vorgaben für Rezyklate in Einwegflaschen

Profilbild Anja Siegesmund

Die EU-Kommission hat einen Entwurf für einen Durchführungsrechtsakt zur Umsetzung der Einwegkunststoffrichtlinie (SUPD) vorgelegt.


Diesen begrüßt der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft laut einer Mitteilung in zentralen Punkten ausdrücklich. Den Entwurf haben die Mitgliedstaaten nach Angaben des BDE Ende Dezember von der EU-Kommission zur Validierung erhalten. Er enthält laut BDE neben Vorgaben für ein Massebilanzierungsverfahren zur Anrechnung von durch chemisches Recycling zurückgewonnenen Kunststoffen erstmals eine Definition von „recyceltem Kunststoff“. Zudem sollen damit zeitlich befristete „Made in Europe“-Vorgaben für Rezyklate eingeführt werden. Der Durchführungsrechtsakt ist laut BDE von zentraler Bedeutung, da er festlegt, welche Rezyklate auf die verbindlichen Rezyklateinsatzquoten für Getränkeflaschen nach der Einwegkunststoffrichtlinie (Single Use Plastic Directive – SUPD) angerechnet werden können. Demnach sollen bis zum 21. November 2027 dafür ausschließlich in der EU hergestellte Rezyklate aus Verbraucherabfällen (Post-Consumer-Waste) berücksichtigt werden dürfen. Im Juli 2025 hatte die EU-Kommission einen Entwurf vorgelegt, der noch eine Öffnung für Rezyklate aus allen Herkunftsländern vorgesehen hatte.
 
„Dass die Kommission nun zumindest zeitlich befristet vorgibt, dass nur Rezyklate ,Made in Europe‘ für die Erreichung der Rezyklateinsatzquoten angerechnet werden können, ist eine wichtige und dringend benötigte Soforthilfe für das europäische Kunststoffrecycling“, erklärt dazu Anja Siegesmund, Geschäftsführende Präsidentin des BDE. Diese dringend notwendige Verschnaufpause für die Recyclingbranche müsse nun genutzt werden, um einen robusten und rechtssicheren Mechanismus für Gleichwertigkeitskriterien bei Rezyklaten aus Drittstaaten zu entwickeln – insbesondere mit Blick auf Nachhaltigkeitskriterien und Qualitätsstandards, so Siegesmund.
 
Darüber hinaus fordert der BDE verbindliche europäische Vorgaben für die Beschaffung von Rezyklaten sowie eine wasserdichte Spiegelklausel, wenn Rezyklatimporte zugelassen sind. Andernfalls müsse dauerhaft eine Beschränkung auf europäische Rezyklate gelten. Auch ein wirtschaftlicher Anreizmechanismus sei zusätzlich erforderlich, so dass der Einsatz von Rezyklaten „Made in Europe“, der über die verpflichtenden Mindestquoten hinausgeht, finanziell honoriert werde, etwa durch eine Anpassung der Beiträge zu einem System der erweiterten Herstellerverantwortung (Expanded Producer Responsibility - EPR).
 
Quellen:

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