ALPLA-Projekt für lebensmitteltaugliche HDPE-Rezyklate
In einer Pilotanlage in den Niederlanden arbeitet ALPLA mit dem Technologieinstitut NTCP an einem lösungsmittelbasierten Verfahren.
Das weltweit tätige Verpackungs- und Recyclingunternehmen ALPLA evaluiert nach eigenen Angaben zusammen mit dem National Test Centre Circular Plastics (NTCP) im Rahmen eines vom Ministerium für Klimapolitik und grünes Wachstum der Niederlande geförderten Innovationsprojekts ein patentiertes Verfahren in der Anlage im nordholländischen Heerenveen. Dabei handelt es sich laut Mitteilung von ALPLA um ein lösungsmittelbasiertes Verfahren, das nun nach mehreren Jahren Forschung und Entwicklung mit erfolgreichen Laborergebnissen von den beiden Projektpartnern am Standort von NTCP in Heerenveen geprüft wird. Das Verfahren für lebensmittelechtes r-HDPE soll bis zum Jahr 2030 auf industriellen Maßstab skaliert werden, um die Ziele der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) für den Mindestanteil an Recyclingmaterial in Lebensmittelverpackungen zu erreichen. Die PPWR schreibt vor, dass alle Lebensmittelverpackungen aus Materialien außer PET bis 2030 mindestens 10 Prozent Rezyklat enthalten müssen. Bau und Betrieb der Pilotanlage in Heerenveen sollen wesentliche Erkenntnisse für die Skalierung des Verfahrens erbringen. ALPLA gründete dafür ein eigenes Recyclingunternehmen in den Niederlanden. Im Rahmen des Projekts sollen den Angaben nach alle Prozessschritte der Technologie intensiv getestet werden, um am Ende eine zeitnahe Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu erreichen.
Michael Heyde, Head of Technology Recycling Division bei ALPLA, erklärt dazu: „Bisher gibt es in der EU kein zertifiziertes Verfahren für die Herstellung von HDPE-Recyclingmaterial in Lebensmittelqualität. Unsere hocheffiziente Technologie zur Reinigung und Aufbereitung von Post-Consumer-Recyclingmaterial kann ein echter Gamechanger werden“. Martine Brandsma, CEO von NTCP betont: „Die Zusammenarbeit mit ALPLA passt perfekt zu den Kernaktivitäten und der Mission von NTCP als unabhängiges Wissensinstitut, das Technologieentwicklungen mit führenden Akteuren fördert und beschleunigt. Wir sind davon überzeugt, dass neue Technologien erforderlich sind, um die Kunststoff-Wertschöpfungskette vollständig zu schließen und gleichzeitig die Abfallmenge zu reduzieren“.
Quellen:
- Pressemitteilung ALPLA (4.12.2025)
- Foto: © ALPLA