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Weltweite Kunststoff- und Abfallströme

Eine im Oktober 2019 erschienene Pilotstudie gibt erstmals einen Überblick über globale Kunststoffströme. Die Global Plastics Flow-Studie mit Daten aus 44 Ländern macht darüber hinaus deutlich, wie der Stand der Kreislaufwirtschaft weltweit ist und wie viele Kunststoffabfälle noch unsachgemäß entsorgt werden oder achtlos weggeworfen in der Umwelt landen.

Für die Pilotstudie wurden weltweit Daten aus 44 Ländern zu Produktion, Verarbeitung und Abfallbehandlung von Kunststoffen zusammengetragen und zu einem Gesamtbild zusammengefasst. Diese Länder stehen für rund 60 Prozent der Weltbevölkerung und rund 80 Prozent des BIP. Die Pilotstudie stellt den allerersten Versuch dar, den gesamten globalen Kunststoffstrom von der Produktion bis hin zur Abfallbehandlung nachzuzeichnen. Selbstverständlich gibt es von Land zu Land erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Datenverfügbarkeit und deren Qualität. In manchen Ländern, in denen solche Ströme statistisch nicht erfasst werden, waren die Autoren der Studie auf Sekundärquellen wie wissenschaftliche Artikel, Informationen und Analysen von Kunststoffverbänden oder auch auf Zeitungsberichte angewiesen. Aus diesen Informationen formten sie insgesamt ein harmonisiertes Gesamtbild, das an vielen Stellen noch auf Extrapolationen angewiesen ist.

Vor diesem Hintergrund fördert die Studie folgende Hauptergebnisse auf der Grundlage des Jahres 2018 zutage:

  • Produktion: Weltweit werden 360 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt.
  • Verarbeitung: Zu den 360 Millionen Tonnen Neuware kommen weitere 30 Millionen Tonnen Rezyklat, so dass insgesamt 390 Millionen Tonnen Kunststoffe jährlich verarbeitet werden.
  • Post-Consumer-Abfälle: Aus der Summe der gebrauchten Kunststoffgüter entstehen rund 250 Millionen Tonnen verbrauchernahe Kunststoffabfälle pro Jahr.
  • Abfallmanagement: Davon werden etwa 173 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gesammelt (entweder formell durch kommunale oder private Abfallwirtschaftsbetriebe oder auch informell durch Abfallsammler, organisierte Gruppen oder kleinere Unternehmen). Davon nehmen rund 50 Millionen Tonnen den Weg in ein Recycling, 51 Millionen Tonnen in eine energetische Verwertung und 72 Millionen Tonnen auf eine geregelte Deponie.
  • Abfalleinträge in die Umwelt: 63 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle werden unsachgemäß entsorgt, beispielsweise auf wilden Deponien, und rund 14 Millionen Tonnen landen achtlos in der Umwelt (Leckage).

Die an der Studie beteiligten Partner sind sich in der Bewertung der Ergebnisse einig, dass es vor allem auf das Sammeln, Sortieren und Verwerten der Kunststoffabfälle ankommt, um Einträge von Kunststoffabfällen in die Umwelt zu verhindern. Mit der Studie wollen sie Impulse für die globale Diskussion über geeignete Maßnahmen gegen das Littering geben. Gleichzeitig wollen sie damit eine Basis für weitere Studien liefern, um die Daten dieses ersten Aufschlags zu erweitern bzw. zu verifizieren.

Die Studie wurde von der Conversio Market & Strategy GmbH in enger Zusammenarbeit mit Verbänden der Global Plastics Alliance sowie weiteren zahlreichen Institutionen durchgeführt. Ihre Auftraggeber und Partner sind die BKV GmbH, EUROMAP Europe's Association for plastics and rubber machinery, der GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V., die GPA Global Plastics Alliance, die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., die K-Messe sowie der VDMA.

Ein Management Summary zur Studie steht hier zum kostenfreien Download zur Verfügung (in englischer Sprache): www.bkv-gmbh.de/infothek/studien

Quellen:

  • Global Plastics Flow Study 2918
  • PM der beteiligten Verbände und Organisationen (15.10.2019)
  • Foto: © mtm Plastics GmbH