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Wasserkraftanlagen als Entsorgungsstationen

Wasserkraftanlagen leisten einen signifikanten Beitrag zur Entsorgung von Kunststoffabfällen aus Binnengewässern. Darauf weisen die Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V. und der Landesverband Bayerische Wasserkraftwerke in einer gemeinsamen Pressemitteilung hin und beziehen sich dabei auf die Ergebnisse einer Analyse von Wasserkraftwerken, die im Rahmen des Verbundprojekts „MicBin – Mikroplastik in Binnengewässern“ durchgeführt wurde. Wir berichteten bereits in der letzten Ausgabe zu diesem Thema.

Gegenstand der Untersuchung waren Kunststoffabfälle, die zwar in Binnengewässern landen, aber nicht ins Meer gelangen, sondern in Staustufen und Wasserkraftwerken ausgetragen werden. Die Verbände der Wasserkraftanlagenbetreiber in Bayern nutzten nun die Ergebnisse der Studie, um auf die Leistung ihrer Mitglieder aufmerksam zu machen, was das Entfernen von jährlich zehntausenden Tonnen Treibgut und Zivilisationsabfall aus Bächen, Kanälen und Flüssen betrifft. Der Anteil der Plastikabfälle wurde im Rahmen eines Arbeitspaket des Verbundprojekts ermittelt. Basierend auf unterschiedlichen Szenarien kommt diese Teilstudie zum Schluss, dass die Wasserkraftanlagen aus Fließgewässern im bayerischen Donaugebiet bis zu rund 290 Tonnen Makroplastik entsorgen, wie die Verbände hervorheben. Ein Großteil davon sind Verpackungsabfälle, aber auch Agrarfolien, Pflanzentöpfe und Bauabfälle aus Styropor finden sich darunter. Im Berechnungsmodell wurden von den rund 4.200 Wasserkraftanlagen in Bayern etwa 3.200 einbezogen.

Nach Angaben der Verbände tragen die Anlagenbetreiber die Kosten für das Sortieren des angesammelten Guts und deren getrennte Entsorgung selbst. Michael Müller, Vorstandsmitglied der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V., betont in seiner Zusammenfassung: „Neben der CO2-freien Energieerzeugung, der Grundwasserstabilisierung und dem Hochwasserschutz ist die Austragung von Wohlstandsmüll eine weitere wichtige Funktion der Wasserkraft. Der Allgemeinheit werden so hohe Kosten erspart und der Zustand der Gewässer wird verbessert.“

Am MicBin-Projekt beteiligt sind neben der BKV das Bayerische Landesamt für Umwelt, die Universität Augsburg, die Universität Osnabrück, die Technische Hochschule Köln, das Technologiezentrum Wasser sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde. Es ist ein Verbundprojekt im Rahmen des BMBF-Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“.

Mehr Information: Bericht: Analyse von Wasserkraftwerken – MicBin-Verbundprojekt, Arbeitspaket 4.1 (zum Download)

Ansprechpartnerin für diese Themen ist Stephanie Cieplik, stephanie.cieplik(at)bkv-gmbh.de.

Quellen: