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Synthetische Polymere in der Umwelt

In einer neuen Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT wurde der Beitrag von Kosmetika und Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln (WPR-Produkte) zum Eintrag von synthetischen Polymeren in die Umwelt untersucht. Dabei wurde auch die gängige Definitionen von Mikroplastik diskutiert.

Die im September 2018 veröffentlichte Studie „Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln“ wurde vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) im Auftrag der deutschen Umweltorganisation Naturschutzbund (NABU) erstellt und bietet nach Angaben der Verfasser einen umfassenden Überblick zu Definitionen von Mikroplastik und Polymeren in Kosmetik- und WPR-Produkten, Einsatzmengen und Funktionen. Zudem liefert sie Informationen zu alternativen Ersatzstoffen und bewertet verschiedene Handlungsoptionen.

Die Autoren der Studie, Leandra Hamann und Jürgen Bertling, unterteilen die synthetischen Polymere zum einen in feste Kunststoffpartikel wie zum Beispiel polymere Microbeads in Peeling Cremes, die nach Anwendung von der Haut abgespült werden und so direkt in Gewässer gelangen, und zum anderen in solche, die wachs- oder gelartig sowie gelöst und flüssig vorkommen. Die Einsatzmengen bei den festen Mikroplastikpartikeln in Kosmetika würden sich auf 922 Tonnen im Jahr belaufen, während in WPR-Produkten nur 55 Tonnen in Deutschland zum Einsatz kommen sollen. Kosmetik und WPR-Produkte würden damit etwa 0,3 Prozent zur gesamten jährlichen Emissionen von Mikroplastik in Deutschland beitragen. Insgesamt würden zusätzlich rund 50.000 Tonnen an gelösten, gel- oder wachsartigen Polymeren jährlich in Deutschland in Kosmetik- und WPR-Produkten eingesetzt. Bezogen auf die Gesamtproduktion von Polymeren in Deutschland wäre dies ein Anteil von 0,2 Prozent.

Auch wenn das Wissen über die Wirkungen von Mikroplastik in der Umwelt noch sehr gering sei und derzeit unterschiedliche Definitionen zu Mikroplastik von Experten kontrovers diskutiert werden, sollten Kunststoffemissionen nach Ansicht des für die Studie verantwortlichen Wissenschaftlers Bertling in Anbetracht der Mengen und der langen Verweildauer in der Umwelt durch die EU-Chemikaliengesetzgebung REACH reguliert werden..

Die Studie steht auf der Website des Fraunhofer UMSICHT zum Download zur Verfügung : „Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln“.

Quellen:

  • www.umsicht.fraunhofer.de
  • Foto: © UMSICHT / Leandra Hamann

Ansprechpartnerin bei der BKV: Stephanie Cieplik