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Plastikabfälle im Acker

Nach einer neuen Studie der Universität Bayreuth sollen auch in landwirtschaftlichen Flächen Makro- und Mikrokunststoffpartikel zu finden sein. Pro Hektar sollen laut Hochrechnung der Forscher um Prof. Christian Laforsch 206 Makroteile auf einer konventionell genutzten Ackerfläche in Franken vorkommen, wobei der überwiegende Teil aus Polyethylen bestehen soll.

Das untersuchte Ackerland liegt in Mittelfranken inmitten konventionell genutzter landwirtschaftlicher Flächen, die zur Produktion von Getreide, Luzernen und weißem Senf genutzt werden. Zur Düngung soll in den letzten fünf Jahren ausschließlich Stallmist von Kühen und Schweinen sowie Stickstoffdünger verwendet worden sein, also keine kunststoffverunreinigten Dünger. Auch sollen keine Kunststoff-Gewächshäuser, Mulchfolien oder Ähnliches zum Einsatz gekommen sein. Auf der untersuchten Fläche von einem halben Hektar haben die Forscher nach Angaben der Uni Bayreuth insgesamt 81 Makroplastikpartikel (größer fünf Millimeter) gefunden. Hochgerechnet auf ein Hektar wären das 206 Teile. 68 Prozent der Teile bestehen aus Polyethylen, 14 Prozent aus Polystyrol, acht Prozent aus Polypropylen und fünf Prozent aus PVC.

Polyethylen überwiegt als Materialanteil auch bei den Stichproben der Mikropartikel. Demnach soll der Ackerboden pro Kilogramm Trockengewicht im Durchschnitt 0,34 Mikroplastikpartikel aufweisen. Hochgerechnet auf einen Hektar wären das mindestens 150.000 Partikel. Die Belastung könne punktuell auch höher sein, weisen die Forscher aus Bayreuth darauf hin.

Was die Herkunft der Kunststoffpartikel betrifft, können in vielen Fällen keine Angaben gemacht werden. Die Forscher vermuten, dass die Makroanteile versehentlich auf dem Bauernhof in den als Dünger verwendeten Stallmist geraten sein könnten. Auch vom Wind auf den Acker gewehte Verpackungen, die unsachgemäß entsorgt wurden, wären eine Möglichkeit. Bei den Mikropartikeln soll es sich um fragmentierte Makroteile handeln, die unter anderem auch durch das Pflügen entstanden sind.

Laut Laforsch handelt es sich bei der Untersuchung um die erste ihrer Art. Angesichts dessen, dass mehr als ein Drittel der globalen Landfläche landwirtschaftlich genutzt werde, sollte die Forschung auch in diesem Bereich intensiviert werden, fordert er.

Mehr Information: www.uni-bayreuth.de

Quellen:

  • Universität Bayreuth, idw-online.de (18.12.2018)
  • Foto:pixabay.com