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Nicht „ordnungsgemäß erfasste“ Kunststoffabfälle

Das Modell „Vom Land ins Meer – Modell zur Erfassung landbasierter Kunststoffabfälle“ basiert auf einer Annahme, wie viele Kunststoffabfälle in der Umwelt „wild“ landen. Die Annahme geht auf eine Untersuchung des Landesamts für Umwelt (LfU) Bayern aus dem Jahr 2001 zurück. Es wurde Zeit für eine Überprüfung, die Conversio im Auftrag der BKV nun vorgenommen hat. Die Ergebnisse der Verifizierung diskutierten Experten im Rahmen eines Workshops im Mai 2018.

­In Frankfurt trafen sich rund 30 Experten aus Wissenschaft und Forschung, Kunststoffindustrie und Bundes- und Landesbehörden. Im Rahmen des Workshops wurden u.a. die aktuelle Version des Modells „Vom Land ins Meer“ sowie die Themen „Reifenabrieb“ und „Granulatverlust“ diskutiert. Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf der Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse einer neuen Untersuchung im Bereich „Littering“.

Eine wesentliche Voraussetzung des „Modells Eintragspfade“ für die Bestimmung der eingetragenen Menge an Makroplastik ist eine Abschätzung der nicht ordnungsgemäß entsorgten Kunststoffabfälle, also der Abfälle, die in der Landschaft „wild“ entsorgt werden. Ein gewisser Teil der Abfälle, die nicht in den dafür vorgesehenen Systemen entsorgt werden, sondern in der Landschaft landen, gelangen dennoch wieder in die entsprechenden Sammelsysteme, weil sie zum Beispiel nach Großveranstaltungen von kommunal beauftragten Unternehmen eingesammelt werden. Den Rest abzuschätzen, der im Ökosystem verbleibt und ein Potenzial für Einträge in die Gewässer darstellt, ist ohne eine belastbare Datenlage schwierig. Insofern behilft man sich derzeit mit einer Korrelation zu ordnungsgemäß entsorgten Abfällen und nutzt dazu eine Untersuchung des LfU Bayerns aus dem Jahr 2001. Dort setzte man das Mengenvolumen der nicht-ordnungsgemäß zu den ordnungsgemäß entsorgten Abfällen ins Verhältnis und kam im Ergebnis auf einen Faktor von 0,3 Prozent.

Die Autoren der BKV-Studie von der Conversio GmbH sollten nun im Auftrag der BKV diesen Faktor aus heutiger Sicht und unter Herannahme weiterer Quellen verifizieren, da er für die Belastbarkeit der Ergebnisse zu landbasierten Einträgen in Gewässer eine zentrale Rolle spielt. Sekundäranalysen führten zu keinem nutzbaren Ergebnis. Daher wurde mit Hilfe von Daten und Informationen von entsorgungspflichtigen Gebietskörperschaften über Sammlungen zum „Wilden Müll“ sowie Befragungen und Informationen zu dem Anteil der verschiedenen Materialien im „Wilden Müll“ ein Korrelationsfaktor zu den ordnungsgemäß gesammelten Abfällen berechnet.

Der Untersuchung zufolge liegt der Faktor, der für das Verhältnis ordnungsgemäß entsorgter Abfälle zu nicht-ordnungsgemäß entsorgter Abfälle verwendet werden sollte, leicht über dem bisherigen von 0,3 Prozent. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in die für 2019 geplante Aktualisierung des „Modells Eintragspfade“ einfließen. Die Untersuchung zum Thema Littering wird in Kürze über die BKV-Website kostenfrei zu bestellen sein.

Bericht und Handbuch sind – in Deutsch und Englisch – weiterhin kostenfrei auf der BKV-Website zu bestellen:

Deutsch: www.bkv-gmbh.de/infothek/studien.html

Englisch: www.bkv-gmbh.de/en/info-zone/studies.html

Ansprechpartnerin bei der BKV: Stephanie Cieplik

Quellen:

  • BKV GmbH
  • Foto: pixabay.com