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Mikroplastik in Binnengewässern – aber nicht im Meer

Die BKV ist an dem Verbundprojekt „MicBin – Mikroplastik in Binnengewässern“ im Rahmen des BMBF-Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“ beteiligt. Eines der Arbeitspakete im Verbundprojekt MicBin konnte nun abgeschlossen werden. Darin geht es um Kunststoffabfälle, die zwar in Binnengewässern landen, aber nicht ins Meer gelangen, sondern in Staustufen und Wasserkraftwerken ausgetragen werden.

Der Forschungsschwerpunkt des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) umfasst insgesamt 18 Verbundprojekte, die für den Zeitraum von 2017 bis 2021 mit rund 35 Millionen Euro gefördert werden. Am Ende sollen wissenschaftliche Verfahren, Methoden, Instrumente und Begriffe zur Untersuchung von Kunststoffen in der Umwelt entwickelt und etabliert sein.

Generelles Ziel von MicBin ist, erstmalig Einträge von Makro-, Meso- und Mikroplastik für ein größeres Einzugsgebiet eines Binnengewässers zu bilanzieren. An welchen Stellen Kunststoffe eingetragen werden und wo sie im aquatischen System verbleiben, sind wesentliche zu klärende Fragen, um Gegenmaßnahmen planen zu können. Für die Untersuchung wurde exemplarisch das bayerische Donaugebiet ausgewählt. Die von den Verbundpartnern gemeinsam angegangene Aufgabe teilt sich in mehrere Arbeitspakete auf. Eines davon, das Arbeitspaket 4.1, hat die BKV in Zusammenarbeit mit der Conversio GmbH und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) gerade abgeschlossen. Dabei geht es um Kunststoffabfälle, die sich an Staustufen und Wasserkraftwerken ansammeln, dort ausgetragen werden und somit nicht in Gewässern bleiben, nicht in kleinere Teile zerfallen und letztendlich auch nicht im Meer landen.

Die Aufgabe des Arbeitspakets umfasste neben der Analyse von Art und Menge der Kunststoffabfälle auch die Analyse der Praktiken der Wasserkraftwerksbetreiber, wie sie mit Überläufen an Staustufen und Wehren und Treibgut in Gewässern umgehen. Die Betreiber wurden zu diesem Zweck zum Thema „Entnahme von Kunststoffabfällen“ befragt. Die Antworten wurden anschließend ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse flossen schließlich in die Abschätzung ein, wie viele Kunststoffe sich in Oberflächengewässern durch Wehre abreichern. Das Ergebnis des Arbeitspakets, ein Datenmodell zur Austragungsmenge von Makroplastik im bayerischen Donaugebiet, basiert daher zum einen auf empirisch gesicherten Rechengutmengen an Wasserkraftwerken und zum anderen auf den Angaben von Betreibern solcher Anlagen zu Abfallmengen und deren Zusammensetzung. Da diese Angaben der Betreiber oftmals nur Schätzungen sein konnten – insbesondere zu der Frage, wie hoch der Kunststoffanteil am zurückgehaltenen Abfall sein könnte – wurde die dadurch resultierende Bandbreite der Mengenangaben bei der Auswertung durch die Bildung drei verschiedener Szenarien berücksichtigt. So beträgt die Austragungsmenge in dem betreffenden Gebiet je nach Szenario zwischen 80 und 290 Tonnen. Für die weiteren Berechnungen im MicBin-Projekt schlagen die Autoren vor, mit dem mittleren Szenario weiter zu arbeiten und insofern von einer Austragungsmenge an Makroplastik in Höhe von 174 Tonnen auszugehen. Ihr Fazit: Mit der Untersuchung konnte gezeigt werden, dass Wasserkraftwerke und Staustufen einen wesentlichen Beitrag zur Abreicherung von Kunststoffen in Binnengewässern leisten.

Mehr Information: Bericht: Analyse von Wasserkraftwerken – MicBin-Verbundprojekt, Arbeitspaket 4.1 (zum Download)

Ansprechpartnerin für diese Themen ist Stephanie Cieplik (stephanie.cieplik(at)bkv-gmbh.de)

Quellen:

  • BKV GmbH
  • Foto: © Tristan Schlafhai / Fotolia