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Friendly Floatees für die Wissenschaft

Anfang des Jahres verlor die MSC Zoe im Zuge ihrer Havarie 290 Container in der Nordsee. Die seitdem herumtreibenden Flachbildschirme oder Plastikspielzeuge sorgten für viele Schlagzeilen. Erik van Sebille, Ozeanograf an der Universität Utrecht, nutzt das Treibgut im Rahmen des Projekts TOPIOS, um nachzuforschen, wie sich Plastik durch die Ozeane bewegt.

Erik van Sebille, der das auf fünf Jahre angelegte Projekt TOPIOS leitet, sieht in der Havarie des Frachtschiffs nicht nur eine Katastrophe, sondern auch eine Chance zu lernen, wie sich Treibgut durch die Ozeane bewegen. Nur ein Prozent der verlorengegangenen Bildschirme und Spielzeuge im Meer treibe laut van Sebille an der Oberfläche. Weitgehend unerforscht sei noch, wie schnell Plastik auf den Meeresboden absinke beziehungsweise, wohin es treibe und womöglich angespült werde. Da es sehr kostspielig sei, aus tiefen Meeresgräben Bodenproben zu entnehmen, wollen van Sebille und sein Team einen anderen Weg gehen. Die bekannten Daten über Ort und Zeitpunkt der Einträge ins Meer wollen sie in Zusammenarbeit mit Fischern ergänzen. Dazu geben die Fischer den Forschern Bescheid, sobald sie etwa Plastikpferdchen aus der Havarie in ihren Netzen finden. Mit den gesammelten Daten sollen anschließend Computermodelle erstellt werden, die zeigen und vorhersagen können, wie sich die Kunststoffteile in den Meeresströmungen bewegen.

Spätestens seit 1992 haben solche Spielzeugtiere, die über Bord gehen und im Meer herumtreiben, einen Namen: friendly floatees. Damals gingen unter anderem die berühmten Quietscheentchen bei einem Sturm über Bord, die man noch Jahre später an den Küsten zahlreicher Länder wiederfand und, die die Modelle der Meeresströmungen verbessern halfen. Indessen sollen auch schon erste Spielzeugtiere von der MSC Zoe-Havarie aufgetaucht sein: An den Stränden der westfriesischen Inseln fand man pinkfarbene Ponys. Auch zwischen den Inseln Schiermonnikoog und Ameland gingen Spielzeugautos als Beifang ins Netz.

Quellen:

  • Die Welt v. 2.2.2019 (www.welt.de/wissenschaft)
  • Foto: The South African