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Volkswagen-Stiftung fördert Projekt zum enzymatischen Recycling von Kunststoffverpackungen

Grosser Sack mit darin gesammelten Folienabfaellen

Im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts der Universitäten Kassel und Hamburg soll mithilfe von Enzymen eine umweltfreundliche Recyclingmethode entwickelt werden, um mehrschichtige Kunststofffolien in ihre Bestandteile zurückzuführen. Ziel ist es, eine innovative Technik zu schaffen, die hochwertige Rezyklate aus Polyethylen (PE) und Polyethylenterephthalat (PET) ermöglicht. Das Projekt „BioLoop: Micro-biologically enhanced material cycle for closing PE and PE-PET multilayer plastic foil Loops“ mit einer Laufzeit von vier Jahren wird von der Volkswagen-Stiftung mit knapp 1,2 Millionen Euro gefördert.
 

In dem Forschungsprojekt arbeiten das Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik und das Fachgebiet Kunststofftechnik der Universität Kassel sowie das Fachgebiet Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Hamburg gemeinsam an der Entwicklung eines neuen enzymatisch-basierten Recyclingpfades, der Mehrschichtfolien umweltfreundlich wieder an ihre ursprünglichen Bestandteile zurückführen soll, so dass sie wieder verwertet werden können. Laut den Beteiligten handelt es sich um einen völlig neuen Ansatz, den sie auch als „enzymatisches Recycling“ bezeichnen. Dabei soll laut Wolfgang Streit, Leiter des Fachgebiets Mikrobiologie und Biotechnologie an der Universität Hamburg, eine neue und nachhaltige Recyclingtechnologie für PE- und PET-Folien entwickelt werden, die über die enzymatische Depolymerisation – das Aufbrechen der Kunststoffmolekülketten durch Enzyme – und die anschließende reaktive Extrusion von kurzkettigen Bausteinen (Oligomeren) zu hochwertigen PE- und PET-Rezyklaten führt. Unter reaktiver Extrusion versteht man Verfahren zur Herstellung oder Modifikation von Polymeren, bei denen es im Extruder zu einer chemischen Reaktion kommt. Das Projekt könnte nach Ansicht der Forscher den Weg für ein Recycling mit mehrschichtigen Verbunden einschließlich technischer Kunststoffe ebnen und dazu beitragen, die von der Europäischen Kommission festgelegten Recyclingziele zu erreichen. Die Projektergebnisse könnten zudem nicht nur für die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie interessant sein, sondern auch für den Automobil- oder Textilsektor.

 
Quellen:

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