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Erster österreichischer Littering-Report

Profilbild Andreas Pertl Sprecher der Initiative Österreich sammelt

Die Initiative der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen „ÖSTERREICH SAMMELT“ hat einen Bericht vorgelegt, wonach in Österreich rund 15.000 Tonnen Abfall jedes Jahr achtlos weggeworfen werden. Mindestens ein Sechstel des gesamten Müllaufkommens im öffentlichen Raum ist der Erhebung zufolge auf Littering zurückzuführen. Mit dem Report will die Initiative dazu beitragen, mehr gesicherte Informationen zum Thema Littering zur Verfügung zu stellen.
 

Der Anfang Oktober in Wien vorgestellte Littering-Report ist nach Angaben von „ÖSTERREICH SAMMELT“ die erste Publikation, die das Ausmaß des Litterings, also des achtlosen Wegwerfens von Abfällen, in Österreich systematisch dokumentiert. Neben den Ergebnissen einer Datenerhebung bei den Gemeinden zu Art und Menge der achtlos weggeworfenen Abfälle im öffentlichen Raum enthält der Bericht auch die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zum Thema Littering.
 
Laut Bericht werden in Österreich jährlich rund 15.000 Tonnen achtlos in der Umwelt entsorgte Abfälle per Hand – überwiegend durch kommunale Reinigungskräfte, ergänzt durch ehrenamtliche Aktionen – eingesammelt. Dieses Volumen entspreche dem jährlichen Abfallaufkommen einer Gemeinde mit rund 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, heißt es weiter. Besonders von Littering betroffen sind laut Bericht größere Städte, da dort aufgrund höherer Bevölkerungsdichte, Veranstaltungen und intensiver Nutzung öffentlicher Flächen mehr Abfälle anfallen. Die Entleerung öffentlicher Restmüllbehälter und die manuelle Straßenreinigung verursachen nach Angaben der Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe (VÖA) jährliche Kosten für die Städte und Gemeinden von etwa 200 Millionen Euro.
 
Der Erhebung zufolge werden Zigarettenstummel mit rund 183 Millionen Stück pro Jahr am häufigsten unsachgemäß entsorgt. Es folgen Kunststofftüten (Sackerl) und Folien mit rund 62 Millionen Stück, 13 Millionen Getränkebecher und 11 Millionen Lebensmittelverpackungen. Der Bericht weist darauf hin, dass es sich bei den Zahlen um Hochrechnungen handelt und die tatsächlichen Zahlen höher liegen dürften. So schätze das österreichische Umweltbundesamt, dass mindestens drei Milliarden Zigarettenstummel jährlich falsch entsorgt werden.
 
Achtlos in der Natur und in Parks entsorgte Abfälle empfindet ein Großteil der Bevölkerung (84 Prozent) laut einer im Rahmen des Litteringsberichts vom Market Institut unter 2.096 Personen durchgeführten Umfrage als störend. Knapp ein Drittel beobachtet demnach eine Zunahme der Vermüllung innerhalb der letzten Jahre. Zwei Drittel der Befragten kritisierten einen Mangel an effektiven Gegenmaßnahmen. Besonders gefordert würden verstärkte Aufklärung, höhere Strafen und verpflichtende Reinigung durch die Verursacher.
 
Basierend auf den Ergebnissen der Erhebung und der Umfrage werden vier zentrale Empfehlungen formuliert: Intensivierung der Aufklärungsarbeit – insbesondere bei jüngeren Zielgruppen –, Schaffung attraktiver Mehrwegalternativen, Optimierung der Entsorgungsinfrastruktur und konsequente Sanktionierung von Verstößen. Eine ganzheitliche Umsetzung dieser Maßnahmen wird als Schlüssel zur nachhaltigen Eindämmung von Littering angesehen.
 
„Die Österreichischen Gemeinden, aber auch die Wirtschaft engagieren sich schon seit Jahren, Littering zu reduzieren und die Bevölkerung dahingehend zu sensibilisieren“, kommentierte Andreas Pertl, Sprecher der Initiative, die Veröffentlichung des Berichts. Der neue Report zeige aber deutlich, dass es weiterhin großen Handlungsbedarf gebe, um Vermüllung noch weiter zu reduzieren.
 
Quellen:

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