Ergebnisse des Projekts innoCert
Die Projektpartner Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, DIN CERTCO, Landbell Deutschland und die Technische Universität Berlin (ZTG TU Berlin & FG Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie) haben in dem Projekt innoCert einen innovativen Ansatz für die erweiterte Zertifizierung der Kreislaufwirtschaftsfähigkeit von Lebensmittelverpackungen erarbeitet.
Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen der Vernetzungs- und Transfermaßnahme Repack-Netzwerk geförderte Projekt innoCert hat zum Ziel, die Zertifizierung von Einweg- und Mehrwegverpackungen im Lebensmittelbereich zu harmonisieren. Die bisherige Zertifizierung fokussierte laut den innoCert-Projektpartnern stark auf die technische Recyclingfähigkeit. Angesichts vielfältiger Zertifizierungsprogramme und rascher technischer Entwicklungen sehen sie Bedarf für eine ganzheitliche, praxisnahe Bewertungsbasis.
Ein im Rahmen des Projekts erarbeiteter Kriterienkatalog für Einwegverpackungen soll als Grundlage für die Erstellung eines Zertifizierungsprogramms für kreislaufwirtschaftsfähige Verpackungen dienen und Innovationen zur Reduzierung von Kunststoffverpackungen entlang der Lebensmittelkette unterstützen. Ziel ist die Förderung kreislaufwirtschaftsfähiger Verpackungslösungen durch ganzheitliche Kriterien, die auch ökologische, ökonomische und nutzerorientierte Aspekte adressieren. Zur Entwicklung von Kriterien, die die Kreislaufwirtschaftsfähigkeit von Verpackungen bewerten, wurden im Projekt entsprechende Bemessungsmethoden entwickelt, teilen die Projektpartner mit. Dabei wurden den Angaben zufolge Akteure und Prozesse entlang des gesamten Lebenszyklus von Verpackungen in den Blick genommen. Neben der Auswertung und Überarbeitung bestehender Zertifizierungskriterien und Bewertungsmethoden, wurden Kriterien und Methoden im Rahmen eigener Forschung etwa in Reallaboren, durch Stoffstrommodellierung und Sortierversuche ausgearbeitet und abgeleitet. Reallabore in Haushalten, in der Gastronomie und im öffentlichen Raum dienten dabei als Innovationsforschungsraum, in dem etwa Praktiken des Sortierens und Trennens, der Reinigung, der Entsorgung und der Aufbewahrung von Ein- und Mehrwegverpackungen erforscht wurden. In Innovationsworkshops erarbeiteten Akteure aus der Verpackungsindustrie gemeinsam Bewertungs- und Testverfahren für die Kreislaufwirtschaftsfähigkeit von Verpackungen. Darüber hinaus wurde in einem Politikdialog diskutiert, wie Zertifizierung als Anreiz- und Steuerungsinstrument ausgestaltet werden kann sowie welche politischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Hintergrund sind gesetzliche Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene wie die EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) und der in Deutschland geltende Mindeststandard nach §21 Verpackungsgesetz (VerpackG).
Die Ergebnisse des Projekts wurden am 10. November 2025 an der TU Berlin vorgestellt. Im Fokus standen dabei der entwickelte Kriterienkatalog für kreislaufwirtschaftsfähige Lebensmittelverpackungen, die neuen Zertifizierungsprogramme für Mehrwegverpackungen und -systeme und übergeordnete Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis. Die Ergebnisse der Reallabore sind online auf der Webseite der TU-Berlin verfügbar unter:
Quellen:
- Pressemitteilung TU-Berlin (10.11.2025)
- TU Berlin, Circular Economy, Forschung: innoCert
- Webseite Repack-Netzwerk/Projekte/innoCert
- Foto: © Alana Harris / Unsplash (Symbolbild)