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Chemie- und Kunststoffindustrie unterstützen UN-Plastikabkommen

Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen wollen der Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle bis 2040 ein Ende setzen. Der Verband der Kunststoffhersteller Plastics Europe Deutschland (PED) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) unterstützen das übergeordnete Ziel, die Kreislaufwirtschaft zu stärken.
 

Mit großer Mehrheit einigte sich Anfang Juni in Paris die Staatengemeinschaft der UN auf ein Mandat zur Ausarbeitung eines ersten Entwurfs für ein globales Plastikabkommen. Es soll bis zur nächsten Konferenz in Kenia Ende 2023 ein „Draft Zero“ erstellt werden, der die verschiedenen Standpunkte der beteiligten Länder einbezieht und Grundlage für weitere Diskussionen und Verhandlungen sein soll. Eine „High Ambition Coalition“ aus rund 50 Nationen, darunter Deutschland, sowie die Europäische Union, fordert eine Reduzierung des Kunststoffverbrauchs und der Kunststoffproduktion. Andere Länder und die Kunststoffindustrie sehen die Lösung eher in einer verbesserten Abfallerfassung mit anschließendem Recycling. Im Ergebnis soll bis 2024 eine Konvention erarbeitet werden, die verbindliche Regeln und Maßnahmen vom Rohstoff, über das Produktdesign, bis hin zum Recycling für den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen festlegt.
 
Plastics Europe Deutschland (PED) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüßen die Fortführung der Verhandlungen zu einem weltweiten Abkommen als Grundlage zur Verbesserung des Abfallmanagements und unterstützen die Bestrebungen des Komitees, die Kunststoffindustrie in eine Kreislaufwirtschaft zu überführen, in der sämtliche Kunststoffabfälle gesammelt, wiederverwendet und recycelt werden. Gleichzeitig setzen sich beide Verbände auch für Maßnahmen ein, die der Kunststoffindustrie dabei helfen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren. Schon im Vorfeld der Verhandlungen in Paris hatten VCI und PED die Notwendigkeit betont, vom Einsatz fossiler Rohstoffe in der Produktion wegzukommen und durch die Förderung entsprechender Recycling- und Kreislauftechnologien die Treibhausgasneutralität voranzutreiben.
 
Zur Erreichung des Abkommensziels, die Umweltverschmutzung durch unsachgemäß entsorgte Kunststoffabfälle bis 2040 einzudämmen, befürworten VCI und PED laut Pressemitteilung Maßnahmen, die dazu beitragen, das Sammeln, Sortieren und Recyceln von Kunststoffen zu verbessern, die Nachfrage nach wiederverwertbaren Kunststoffen zu steigern sowie auch unnötige Kunststoffanwendungen zu vermeiden. So könnten etwa „kurzlebige Produkte oder Einwegprodukte durch langlebigere und umweltfreundlichere Alternativen ersetzt werden, sofern für diese ein geringerer ökologischer Fußabdruck nachgewiesen wird“. Allerdings sollten dazu weltweit harmonisierte Kriterien entwickelt werden, die als Basis für die Bewertung verschiedener Kunststoffanwendungen dienen, betonen die Verbände. Auch bedarf es aus ihrer Sicht eines ganzheitlichen Ansatzes, der sowohl die nachhaltige Herstellung als auch den geschlossenen Kreislauf von Kunststoffen fördert. VCI und PED befürworten daher die Entwicklung von Produktdesign-Prinzipien, die den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen sowie die Einführung verbindlicher Recyclingquoten für Kunststoffe. Auch sollten nach Ansicht der beiden Verbände für den Aufbau einer zirkulären Kunststoffwirtschaft alle infrage kommenden Verwertungstechnologien berücksichtigt und deren weitere Entwicklung unterstützt werden. Dazu zählten neben den mechanischen als Ergänzung auch chemische Recyclingverfahren (wie z.B. Pyrolyse) oder Verfahren der Carbon Capture and Utilization (CCU), bei denen der Kohlenstoff aus Kunststoffabfällen zurückgewonnen und einem weiteren Nutzungszyklus zugeführt wird. So ermögliche etwa chemisches Recycling die Rückgewinnung und Kreislaufführung von Kohlenstoff aus gemischten, schwer trenn- und sortierbaren Kunststoffabfallströmen, die nicht oder nur schwer für ein mechanisches Recycling geeignet sind. Darüber hinaus sollten Finanzierungssysteme eingeführt werden, die die umfangreichen Investitionen ermöglichen, die für den Wandel der Industrie erforderlich sind, so die beiden Verbände.
 
Weitere Information: zur PM von VCI und PED mit detaillierter Stellungnahme
 
Quellen:

  • PM VCI und PED (25.5.2023)
  • euwid-recycling.de (30.5.2023)
  • faz.net (4.6.2023)
  • Foto: © BKV, Baretto

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