Austausch zu Mikroplastik
Bei der Weltleitmesse K 2025 diskutierten am 14. Oktober 2025 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Behörden wie dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf einem Podium zum Thema Mikroplastik im Rahmen der Sonderschau „Plastics shape the Future“, moderiert von Dr. Christine Bunte, Geschäftsführerin des deutschen Verbands der Kunststoffhersteller Plastics Europe, über Ursachen, Risiken und Lösungsansätze im Umgang mit Mikroplastik.
Dr. Bunte führte in das Panel „Microplastics – Ways out of the crisis“ ein und wies dabei auf die Vielschichtigkeit der Thematik hin. Mikroplastik wird mittlerweile überall gefunden: in Meeren, Böden und in der Luft. Diese Nachweise führen zu wachsender Besorgnis. Zu den bekannten Quellen von Mikroplastik zählen etwa der Abrieb zum Beispiel von Reifen oder Schuhsohlen sowie Partikel, die sich beim Waschen aus synthetischen Textilien lösen. Aber auch durch den Zerfall von Kunststoffabfällen, die unsachgemäß entsorgt und achtlos weggeworfen werden, entsteht Mikroplastik. Darüber hinaus wird Mikroplastik in einigen Produkten bewusst als Zusatz verwendet zum Beispiel als Glitter in Dekoartikeln, in Spielzeugen usw.. Letztere Mikroplastikquellen sind, wie Dr. Bunte betont, vermeidbar. In Europa wurden, wie sie weiter ausführt, bereits erste Schritte zur Regulierung von Mikroplastik in Produkten eingeleitet wie etwa durch die Verordnung über die Vermeidung der Freisetzung von Kunststoffgranulat.
Das Podium, bestehend aus Stefan Rau, Technischer Direktor beim Verband der deutschen Kautschukindustrie (WdK), Dr. Alexander Roloff, Leiter der Produktanalytik am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Dr. Bianca Wilhelmus, Global Product Steward beim Spezialisten für Styrolkunststoffe INEOS Styrolution, Dr. Miriam Weber, Meeresbiologin und Co-Direktorin des wissenschaftlichen Instituts Hydra Marine Sciences und Dr. Ulrike Braun, Leiterin der Abteilung für Abwasseranalytik beim Umweltbundesamt (UBA) diskutierte Aspekte wie den Wissensstand zu gesundheitlichen Auswirkungen durch Mikroplastik, den Stand und die Harmonisierung von Messmethoden und Analyseverfahren, die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Methoden, Details zu Mikroplastik durch Reifenabrieb und die Bedeutung von Industrieinitiativen zur Reduzierung von Mikroplastik wie die freiwillige Initiative der europäischen Kunststoffindustrie „Operation Clean Sweep“.
Einige war sich die Runde, dass die Verminderung von Mikroplastikeinträgen eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Industrie erfordert. Möglichkeiten der Kooperation sehen die Expertinnen und Experten unter anderem in der Förderung des Austauschs und der Entwicklung sektorübergreifender Strategien durch gemeinsame Plattformen und Runde Tische, in der Bildung & Öffentlichkeitsarbeit etwa durch gemeinsame Kampagnen zur Sensibilisierung von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie die Schulung von Fachpersonal und in einer internationalen Harmonisierung mit Zusammenarbeit auf EU- und globaler Ebene zur Vereinheitlichung von Standards und zur Bekämpfung grenzüberschreitender Mikroplastikverschmutzung.
Weitere Information: eine Videoaufzeichnung zum Panel „Microplastics – Ways out of the crisis“ kann bei youtube abgerufen werden
Quellen:
- Videoaufzeichnung des Panels “Microplastics – Ways out of the crisis” (17.10.2025)
- Foto: © PED