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Pilotstudie zu weltweiten Kunststoffströmen

Mit der Global Plastics Flow Studie liegen erstmals Daten zur Kreislaufwirtschaft in 44 Ländern vor.

Sechs Verbände und Organisationen, zu denen auch die BKV zählt, haben im Rahmen der Weltleitmesse K 2019 eine neue Pilotstudie mit Daten zu weltweiten Kunststoffströmen inklusive des Umgangs mit Post-Consumerabfällen vorgelegt, die auf umfangreichen regionalen Erhebungen basiert. So werden mit der Global Plastics Flow Studie auch „erstmalig Daten und Fakten zur Kreislaufwirtschaft in 44 Ländern der Welt einheitlich und umfassend dokumentiert sowie die bisherigen Schwachstellen bei der Abfallsammlung und -verwertung klar identifiziert“, betont Dr. Jürgen Bruder, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und Projektleiter der Studie. Damit stellen die Ergebnisse für die Beteiligten einen einzigartigen Beitrag im Kampf gegen Mülleinträge in die Umwelt dar.

Für die Pilotstudie wurden Informationen zu Kunststoffen von der Produktion bis hin zur Abfallbehandlung in 44 Ländern eingeholt, die für rund 60 Prozent der Weltbevölkerung und rund 80 Prozent des BIP stehen. Laut der zentralen Ergebnisse wurden im Jahr 2018 weltweit 360 Millionen Tonnen Kunststoffe aus Neuware und zusätzlich 30 Millionen Tonnen Kunststoff-Rezyklate hergestellt, so dass insgesamt 390 Millionen Tonnen verarbeitet wurden. An Post-Consumer-Abfällen sind weltweit rund 250 Millionen Tonnen angefallen, von denen 173 Millionen Tonnen gesammelt wurden. Demnach bleiben 63 Millionen Tonnen, die unsachgemäß entsorgt wurden – zum Beispiel auf wilden Deponien – und 14 Millionen Tonnen, die achtlos in der Umwelt landeten.

„Die Abfallmengen, die in die Umwelt gelangen, sind dramatisch und müssen ein Weckruf sein für die gesamte Wertschöpfungskette“, sagt dazu Bruder. Abfallmanagement in all seinen Varianten müsse das gemeinsame Ziel von Wirtschaft und Politik sein. Mit den Studienergebnisse seien nun die Hot Spots mit erhöhtem Handlungsbedarf zur Reduzierung ungeordneter Abfallbehandlungen klar erkennbar, so Bruder weiter. 

Mit der Studie wollen die beteiligten Verbände und Organisationen die weltweite Diskussion zu Maßnahmen gegen Abfalleinträge in die Umwelt stimulieren. Im Rahmen des Global Information Project der „Alliance to End Plastic Waste“, einer Open-Source-Datenbank, leistet die Studie laut Auftraggeber einen wichtigen Beitrag zur Priorisierung von Investitionen im Abfallmanagement. Gleichzeitig soll sie Ausgangsbasis für weitere Studien sein. Auch sollen künftig weitere Akteure eingebunden werden, um die nun vorliegende erste Datenlage auszubauen und zu verifizieren.

Die Studie wurde von der Conversio Market & Strategy GmbH in enger Zusammenarbeit mit Verbänden der Global Plastics Alliance sowie weiteren zahlreichen Institutionen durchgeführt. Ihre Auftraggeber und Partner sind die BKV GmbH, EUROMAP Europe's Association for plastics and rubber machinery, der GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V., die GPA Global Plastics Alliance, die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., die K-Messe sowie der VDMA.

Mehr Information: Management Summary zur GPF-Studie (kostenfreier Download)

Quelle: