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Mit Fluoreszenz-Markern bessere Recyclingergebnisse

Das BMBF-Forschungsprojekt „MaReK“ wurde mit einer Technikumsanlage zur Verpackungssortierung abgeschlossen.

Für den Forschungsschwerpunkt „Kunststoffe in der Umwelt“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt 37 Millionen Euro bereitgestellt und damit 20 Forschungsvorhaben gefördert, die den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt messen, deren Auswirkungen untersuchen und  Lösungsmöglichkeiten erarbeiten sollten. Zu Letzterem haben Forscher der Hochschule Pforzheim das Verbundprojekt „MaReK – Markerbasiertes Sortier- und Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen“ geleitet, das Ende vergangenen Jahres nach dreieinhalbjähriger Projektdauer seinen Abschluss fand. Im Sinne der interdisziplinären Zusammenarbeit bestand das Projektteam aus zwei Arbeitsgruppen der Hochschule und den Projektpartnern Polysecure GmbH, Werner & Mertz GmbH, Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH sowie dem Institut für Mikrostrukturtechnologie des KIT und, als assoziiertem Partner, der Landesagentur Umwelttechnik BW GmbH. Die Projektbeteiligten konnten nach eigenen Angaben zeigen, dass mit der Tracer-Based-Sorting-Technologie von Polysecure Kunststoffe auch unter abfallwirtschaftlichen Bedingungen durch die Markierung mit fluoreszierenden Tracern verlässlich sortiert und hochwertig stofflich verwertet werden können. Das Ergebnis des Gesamtprojekts sei unter anderem eine Technikumsanlage zur Verpackungssortierung sowie ein erprobtes Druckverfahren für die Kennzeichnung von Kunststoffverpackungen. Auch seien mehrere optimierte Markersubstanzen bereitgestellt worden. Bei der Technologie des „Tracer-Based-Sorting“ (TBS) würden geringste Mengen an Fluoreszenz-Markern auf Verpackungen oder Etiketten aufgetragen, die ein vom Packstoff unabhängiges Trennmerkmal darstellen. Die Marker würden mit nicht sichtbarer Strahlung angeregt, sichtbar in spezifischen Farben zu leuchten, was unter natürlichen Bedingungen nicht auftrete. Auf diese Weise sei ein viel genaueres Trennen in Hinblick auf spezifische Verarbeitungsverfahren möglich. So könnten hochwertige Rezyklate hergestellt werden, die sich auch für den Wiedereinsatz in Verpackungen eigneten. Für ein Folgevorhaben, das die Entwicklung einer industriellen TBS-Pilot-Sortieranlage unter anderem für Verpackungen zum Inhalt habe, wurde bereits ein Förderantrag beim BMBF gestellt.

Mehr Information: www.hs-pforzheim.de/marek

Quellen:

  • idw-online.de, recyclingmagazin.de (3.2.2021)
  • Foto: @ Jörg Woidasky, Hochschule Pforzheim