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Für mehr Recycling

Die Pressekonferenz beim bvse-Altkunststofftag rankte um die Themen, wie mehr Recycling und mehr Rezyklateinsatz möglich sei.

bvse-Vizepräsident Herbert Snell, bvse-Fachverbandsvorsitzender Dr. Dirk Textor und BKV-Beiratsvorsitzender Matthias Stechhan waren die Ansprechpartner der Fachjournalisten und -journalistinnen und starteten die Pressekonferenz mit ihren Statements zum Kunststoffrecycling. Textor machte einmal mehr die Forderungen des bvse deutlich, wie mehr Qualität auf allen Wertschöpfungsketten erreicht werden müsse. Neben Investitionsanreizen für Recyclinganlagen müsste an allen Stellschrauben des Recyclings gedreht werden, um Sammelstrukturen zu optimieren, die Sortierung neu zu ordnen und das Recycling etwa durch Ausweitung des Green Publik Procurements voranzubringen. Vor allem aber dürften künftig nur noch Verpackungen auf den Markt gebracht werden, die recyclingfähig seien. Außerdem sprach Textor sich gegen die Bezeichung „Downcycling“ für Produkte aus Mischkunststoffen aus. Sie würden auch künftig dringend für die Erfüllung der Recyclingquoten benötigt.

Das Thema „Green Procurement“ betonte auch Snell in seinem Statement. Die öffentliche Beschaffung müsse einen Anschub zum Einsatz von Recyclingprodukten geben, um damit die Akzeptanz zu erhöhen. Dazu verwies er auf das Beispiel des Landes Sachsen, das sein Abfall- und Bodenschutzrecht entsprechend angepasst habe. Auch auf Bundesebene müsse es ein solches Signal geben. Um Recyclingprodukten einen Vorrang einzuräumen, sprach sich Snell auch für eine Rezyklateinsatzquote aus. Hier solle man realistische Ziele setzen, die etwa im Jahr 2025 zu überprüfen seien. Eine Quote von 20 Prozent halte der bvse dabei für machbar.

Matthias Stechhan, der bei der LyondellBasell den Vertrieb für Polyolefine in Zentraleuropa leitet, sprach sich ebenfalls für mehr Rezyklateinsatz aus. Auch in seinem Haus sei im Rahmen eines Joint Ventures die Produktion von Regranulaten ein an Bedeutung zunehmendes Thema, unter anderem auch deshalb, weil dafür die Kundennachfrage steige. Dabei werde die Herausforderung deutlich, den Qualitätsanforderungen von Kunden, Verarbeitern und Endanwendern mit Regranulaten gerecht zu werden. Stechhan wies zudem auf das Engagement von Kunststoffherstellern bei der Analyse und Weiterentwicklung rohstofflicher Verwertungsverfahren hin. Dabei gehe es um die Frage, ob man zusätzlich zu den Mengen, die heute werkstofflich recycelt werden, auch weitere Kunststoffe aus Abfällen, die derzeit in einer thermischen Verwertung landen, einer stofflichen Verwertung zuführen könne. Die beiden Beispiele zeigten, wie die Kunststoffindustrie sich den Herausforderungen stelle, die mit den Vorgaben des Gesetzgebers auf nationaler wie auf europäischer Ebene ergeben. Stechhan wies aber auch auf die Leistungen der Industrie in Sachen Verbesserung der Ressourceneffizienz der Produktionsprozesse sowie auf die Ressourcenschonung während der Nutzungsphase entsprechend gestalteter Produkte hin. Diese Aspekte würden in der derzeitigen Diskussion zu Kunststoffen leider weitgehend untergehen.

Foto (v.l.n.r.): Dr. Dirk Textor, Herbert Snell, Jörg Lacher (bvse-Pressesprecher), Matthias Stechhan

Quelle:

  • BKV GmbH