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Marktanalyse zum chemischen Recycling

Die Marktanalyse des Nova-Instituts beschreibt den Status Quo, informiert über Trends und fordert eine Neubewertung.

Chemisches Recycling von Kunststoffabfällen ist derzeit von hohem Interesse, der Markt von Dynamik und hohen Erwartungen geprägt. Die neue Marktanalyse „Chemisches Recycling – Status, Trends und Herausforderungen“ vom Nova-Institut nimmt diesen Markt unter die Lupe und stellt unter anderem mehr als 70 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Europa, Nordamerika und Asien vor, die chemische Recyclingverfahren entwickelt haben und anbieten. Neben hoher Dynamik und hohen Erwartungen sei der Markt auch von Skepsis geprägt. Befürworter sehen in den Verfahren, die das mechanische Recycling ergänzen sollen, eine Kerntechnologie, ohne die eine vollständig geschlossene Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen und Kohlenstoff nicht möglich sei. Skeptiker verweisen auf die geringe Reife der Technologien und noch unklare Bewertungen hinsichtlich der ökologischen und ökonomischen Vorteilhaftigkeit. Laut K-Zeitung seien erste Ökobilanzen verfügbar, die zeigten, dass verschiedene chemische Recyclingwege fast ebenso viel Treibhausgasemissionen reduzieren könnten wie das mechanische Recycling. Allerdings basieren die Ökobilanzen immer noch auf Annahmen zur Skalierung, da es noch keine realisierte Großanlagen gebe. Aus Sicht des Nova-Instituts warte man in Europa auf ein Startsignal durch klare politische Rahmenbedingungen, um Sicherheit für Investitionen zu haben. Auch wäre eine Neubewertung der chemischen Verfahren angebracht, die unter anderem kläre, was in die Recyclingquote einbezogen werde. Ziel einer Regulierung sollte nach Auffassung des Forschungsinstituts sein, „den Abfallstrom in einem komplementären Ansatz auf die jeweils geeignetste Technologie mit der geringsten Umweltbelastung zu lenken“, wie Euwid wiedergibt. Die Einrichtung eines chemischen Recyclings könnte, wie die K-Zeitung zitiert, möglicherweise der wichtigste Schritt in Richtung einer erneuerbaren Kohlenstoffwirtschaft sein, gemäß der Definition von „erneuerbarem Kohlenstoff“ durch das Nova-Institut und der „Initiative für erneuerbaren Kunststoff“.

Mehr Information: PM Nova-Institut

Quellen:

  • k-zeitung.de (16.11.2020)
  • Euwid Recycling und Entsorgung 47/2020 (17.11.2020)
  • Foto: © Neste