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Keine Lösung: Schwimmende Müllsammler

Laut einer aktuellen Studie sollen schwimmende Barrieren nur wenig zur Reinigung der Meere beitragen können.

Initiativen wie die niederländische gemeinnützige Organisation „The Ocean Cleanup“ sammeln Kunststoffabfälle mit einer Abfangvorrichtung von der Wasseroberfläche. Laut einer Studie von Forschern des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung in Bremen, die in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“ erschienen ist, sind solche Maßnahmen zwar nützlich, aber keine Möglichkeit, die Ozeane tatsächlich zu reinigen. So könnten die Geräte etwa weder Mikroplastik erfassen noch die zum Meeresgrund gesunkenen Kunststoffteile aus dem Wasser fischen. Laut der Studie, in der die Forscher mithilfe mathematischer Modelle untersucht haben, wie sich die maritimen Müllschlucker auf die Verschmutzung auswirken würden, könnten sie nur einen Bruchteil der Abfälle erfassen. In einem Szenario, in dem 200 solcher Sammler in den Meeren unterwegs wären, dort Plastikabfälle sammelten, um sie später an Land zu recyceln oder zu verbrennen, errechneten die Wissenschaftler, dass in einem Zeitraum von 130 Jahren nur etwas mehr als fünf Prozent der auf weltweit 399.000 Tonnen geschätzten Gesamtmenge Kunststoffabfälle von der Oberfläche der Meere entfernt werden könnten. Auch befürchten sie, dass Technologien wie die schwimmenden Müllschlucker eine Rechtfertigung für die weitere Verschmutzung der Meere liefern könnten. Die Forscher verweisen zudem darauf, dass die gesammelten Abfälle, die aus sehr unterschiedlichen Materialien bestehen und oft mit Mikroorganismen bewachsen sein können, schwer zu recyceln seien. Der Aufwand für die Sortierung wäre dadurch sehr hoch. Abhilfe schaffen könne laut Studie nur eine Eindämmung des Eintrags von Kunststoffabfällen in die Ozeane.


Quellen:

  • spiegel.de (24.8.2020)
  • wissenschaft.de (26.8.2020)
  • Foto: ©The Ocean Cleanup