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„Hemdchenbeutel“ weiter beliebt

Der Verbrauch von Kunststofftragetaschen ist deutlich zurückgegangen – der von „Hemdchenbeuteln“ nicht.

Jeder Deutsche hat gemäß der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion im vergangenen Jahr gut 37 Plastikbeutel für Obst und Gemüse verbraucht, das sind zusammen mehr als drei Milliarden „Hemdchenbeutel“. Im Jahr 2017 waren es 39,5, im Jahr 2016 36,5 pro Kopf. Im Gegensatz dazu ist der Verbrauch an den dickeren Tragetaschen aus Kunststoff in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Pro Kopf verbrauchten die Deutschen in 2018 nach Angaben der GVM noch 24 Tragetaschen – fünf weniger als im Jahr davor und 21 weniger als im Jahr 2016. Im Jahr 2015 lag der Verbrauch sogar noch bei 68 Tüten. Warum die deutschen Verbraucher weniger Tragetaschen nutzen, aber bei den Hemdchenbeuteln weiterhin zulangen, mag daran liegen, dass sie für die Taschen bezahlen müssen, mutmaßt die FAZ, womöglich sei es aber auch aus Hygienegründen. Judith Skudelny, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion kritisiert allerdings die „Symbolpolitik“ der Bundesregierung hinsichtlich der Kunststofftaschen. Der konstante Verbrauch an Hemdchenbeuteln deute auf ein Ausweichverhalten bei den Konsumenten hin, die, anstatt an der Kasse für kostenpflichtige Taschen zu bezahlen, zu den dünnwandigen Plastikbeuteln oder aber zu Papiertüten greifen würden. Der Verbrauch an Papiertüten würde erst gar nicht ermittelt. Das Umweltministerium weist die Kritik mit dem Hinweis zurück, dass Handelsketten bereits probeweise Alternativen für die dünnen Kunststoffbeutel einsetzten. Bis zum Herbst müsse der Handel dem Bundesumweltministerium erklären, wie der Verbrauch von Kunststoffverpackungen reduziert werden könne. Dazu zählen auch die Hemdchenbeutel.

Quellen:

  • lebensmittelzeitung.net (4.6.2019)
  • FAZ (5.6.2019)
  • Foto: fotolia.com