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Farbenindustrie gegen Einstufung von Titandioxid

Auch die Farbenindustrie warnt vor ungewollten Konsequenzen einer Einstufung des Weißpigments als Gefahrstoff.

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie übt scharfe Kritik an dem Vorschlag, Titandioxid (TiO2) als Gefahrstoff einzustufen. TiO2 sei nachweisbar sicher. Eine Einstufung führe zu ungewollten Konsequenzen wie etwa beim Recycling. Für den 11. April hatten sich die Länder vorgenommen, über eine Klassifizierung zu entscheiden.

Nach Einschätzung des Verbands fehle dem Vorschlag, der mit der Befürchtung zusammenhänge, Arbeiter könnten an Lungenkrebs erkranken, jede wissenschaftliche Grundlage. Untersuchungen über mehrere Jahrzehnte hinweg an 24.000 Arbeitern in Titandioxid-Fabriken hätten kein erhöhtes Risiko feststellen können. Werde es dennoch als Krebsverdachtsstoff eingestuft, müssten Abfälle mit einem Titandioxid-Anteil ab einem Prozent, wie etwa Kunststoffverpackungen oder Bau- und Abbruchabfälle, in Zukunft als „gefährlicher Abfall“  behandelt werden. Das würde die Kosten der Abfallbehandlung explodieren lassen.

Was die Folgen einer Einstufung betrifft, kommt die von der BKV beauftragte Studie „Titandioxid in Kunststoffen“ zu einer ähnlichen Einschätzung. Die Studie bietet eine Analyse und Quantifizierung der Konzentrationen von TiO2 in der Kunststoffverarbeitung sowie in der Verwertung von Kunststoffabfällen. Eine Kurzfassung steht unter www.bkv-gmbh.de/infothek/studien.html auf Deutsch und auf Englisch zum kostenfreien Download bereit. Die komplette Studie kann an selber Stelle kostenpflichtig bestellt werden.

Quellen:

  • recyclingportal.eu (10.4.2019)
  • Foto: © Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.