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Bahn prüft Kunststoff-Rezyklatschwellen

Die Bahn sucht nach einem Ersatz für in die Jahre gekommene Bahnschwellen aus Holz und Beton. Derzeit testet sie Rezyklatschwellen von PAV aus Berlin.

Hier könnte sich ein großer Markt für die Rezyklate des Berliner Unternehmens auftun. Laut FAZ sind derzeit auf rund 60.000 Kilometern Streckennetz etwa 100 Millionen Schwellen verlegt, zu fast 80 Prozent solche aus Beton. Die restlichen Schwellen bestehen aus Holz oder Stahl. Holz ist mit einem Teerölprodukt konserviert, das in absehbarer Zeit nicht mehr genutzt werden darf. Stahl rostet und ist wie Beton sehr viel schwerer als Holz, das deswegen vor allem auf Brücken zum Einsatz kommt. Unimprägniert soll es dort nur eine Lebensdauer von maximal zehn Jahren haben. Der aktuelle Bedarf an zu ersetzenden Schwellen, für die Beton keine Alternative ist, wird laut FAZ auf 300.000 Stück geschätzt.

Wie die FAZ beschreibt, hat die Alternative aus Recyclingkunststoff viele Vorteile. Sie ist wie Holz zu bearbeiten, kaum schwerer als Holz, deutlich leiser als Beton, brennt nicht und ist chemikalienresistent. Und nach Ende ihres Einsatzes kann sie wiederverwertet werden, die CO2-Bilanz ist besser als die der Konkurrenzmaterialien. Sie sei nach Angaben des PAV-Geschäftsführers Frank Giesel mit etwa 200 Euro pro Stück teurer als die Konkurrenten - Holz sei für 60 bis 120 und Beton schon ab 40 Euro zu haben - halte aber mit einer Lebensdauer von etwa 50 Jahren mehr als doppelt so lang. Die patentierte Rezyklatschwelle ist nach Test an der TU München durch das Eisenbahn-Bundesamt zugelassen. PAV, die sich für die Serienproduktion mit anderen Unternehmen zusammengeschlossen hat, bietet die Schwellen auch über Deutschland hinaus an. In Europa, gibt die PAV an, müssen etwa 100 Millionen Holzschwellen über kurz oder lang ersetzt werden.

Mehr Information: www.pav-recyclate.de

Quellen:

  • FAZ (20.1.2015)
  • Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de