Vorschläge für neue Vorgaben zur Wertstofferfassung
Das Öko-Institut und die HTP Ingenieurgesellschaft machen Vorschläge für veränderte Vorgaben zur Erfassung und Verwertung von Wertstoffen.

Die gute Nachricht vorweg: In Deutschland werden mittlerweile nahezu alle Kunststoffabfälle verwertet. Sie werden entweder recycelt, das heißt als Rohstoffe für neue Produkte wiederverwertet, oder energetisch genutzt, zum Beispiel in Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen, die Strom und Wärme auskoppeln.
Bereits seit Jahren gibt die BKV gemeinsam mit Partnern eine Studie in Auftrag, die im Zweijahresrhythmus alle Daten für ein gesamtes Stoffstrombild des Werkstoffs Kunststoff erhebt. Diese im Markt als „Consultic-Studie“ bekannte und umfassende Datensammlung zur Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland findet in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weithin Anerkennung und wird als Arbeitsgrundlage vielfach genutzt. (Eine ähnliche Studie mit Zahlen für Europa gibt PlasticsEurope unter dem Titel „Plastics - the Facts“ heraus.)
Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse der Consultic-Studie zum Jahr 2009 (die nächste Studie erscheint im Herbst 2012 mit Zahlen zum Jahr 2011).
Im Jahr 2009, das von der Wirtschaftskrise geprägt war, erwies sich die Kunststoffindustrie im Vergleich zu anderen Branchen als sehr robust und sollte aus der Wirtschaftskrise sogar noch gestärkt hervorgehen, wie die nächste Studie mit Zahlen zum Jahr 2011 zeigen wird (erscheint im Herbst 2012). Im Jahr 2009 betrug die Produktion von Polymeren zur Herstellung von Kunststoffwerkstoffen 9,87 Millionen Tonnen. Sie lag damit unter der Kunststoffverarbeitungsmenge, die auf 10,73 Millionen kam.
Stabil erweis sich auch das Kunststoffrecycling: 2,01 Millionen Tonnen wurden 2009 zu neuen Rohstoffen und Produkten verarbeitet. In eine energetische Verwertung gelangten 2,73 Millionen Tonnen, wobei vor allem der Einsatz von Kunststoffabfällen als Ersatzbrennstoffe mit 1,1 Millionen Tonnen zugenommen hatte.