Prognos-Studie: Ein Viertel der europäischen Klimaschutzziele kann durch intelligentes Abfallmanagement erreicht werdenNeue Prognos-Studie ermittelt hohen Umweltnutzen, wenn Deponierung untersagt und flexible Verwertung erlaubt wird.
Dr. Bärbel Birnstegel von der Prognos AG, die mit der Duchführung de Studie beauftragt war, im Gespräch mit Dr. Hermann Krähling von der tecpol GmbH, die gemeinsam mit neun weiteren europäischen Gruppierungen die Studie begleitet hat.Laut der von der Prognos AG durchgeführten Ökoeffizienzanalyse könnten veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen für die Abfallwirtschaft zu einer CO2-Reduktion von bis zu 320 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr führen. Schon heute werden in Europa jedes Jahr mehr als 220 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch Recycling und energetische Verwertung von Abfällen eingespart, allerdings verursacht die derzeit gängige Deponierung gleichzeitig noch klimarelevante Emissionen in einer Größenordnung von ca. 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, so die Autoren. Von ?Business as usual? bis zu Deponierungsverbot und mehr MarktAuf der Grundlage von Angaben zum Aufkommen und Management von Abfällen, die die europäischen Mitgliedsstaaten seit 2004 bei EUROSTAT melden, hat die Prognos AG die Datenbasis für das Vergleichsjahr entwickelt. Dabei haben die Autoren die gesamte Behandlungskette (von der Sortierung bis zur Verwertung) für insgesamt 18 Abfallströme in den 27 EU-Ländern berücksichtigt. Untersucht und verglichen wurde das CO2-Einsparpotenzial für vier verschiedene Abfallmanagement-Szenarien. Diese reichten hinsichtlich der angenommenen gesetzlichen Rahmenbedingungen von der Beibehaltung eines Status-Quo ohne Novellierung der EU-Abfallrahmenrichtlinie über sukzessiv steigende Verwertungsziele besonders für biologisch abbaubare Materialien, Hausmüll, Bauabfälle und heizwertreiche Abfälle insgesamt bis hin zu einer besonders ehrgeizigen europäischen Gesetzgebung u.a. mit einem europaweiten Verbot der Ablagerung von biologisch abbaubaren und heizwertreichen Materialien. Dabei wird die energetische Nutzung von Abfällen unter bestimmten Randbedingungen als Verwertung anerkannt. Die Szenarien 3 und 3a gehen von gleich hohen, ausgesprochen ambitionierten Verwertungszielen aus, unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt. Während das Szenario 3 von einer strikten Anwendung einer 5-stufigen Verwertungshierarchie ausgeht, werden im Szenario 3a eine flexible Anwendung der Verwertungshierarchie und damit ein stärkerer Einfluss von Marktkräften zugelassen. Unter diesen Randbedingungen wird angenommen, dass in begrenztem Umfang Abfälle aus dem werkstofflichen Recycling in die energetische Verwertung umgesteuert werden. Großes CO2-Reduktionspotenzial in der europäischen AbfallwirtschaftInsgesamt zeigt die Studie ein enormes CO2-Reduktionspotential auf, das durch optimierte Abfallbewirtschaftung in Europa erschlossen werden kann. Plakativ kann als Schlüssel zum Erfolg ein notwendiger Strategiewechsel beschrieben werden: ?weg von der Deponie? - ?hin zur Ressourcennutzung?. Im optimalen Fall, d.h. bei weitestgehender Nutzung (statt Deponierung) der Ressource Abfall, könnten bis im Jahr 2020 klimarelevante Emissionen aus Deponien vollständig vermieden und netto über 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente jährlich eingespart werden. Dies entspräche etwa einem Viertel der europäischen ?Kyoto Ziele?. Flexibilität und Markt sind besser als starre RegelungenNeben diesem enormen Klimaschutzpotential, das in der Abfallnutzung schlummert, zeigt die Studie klar auch Folgendes: Vergleicht man die besonders ehrgeizigen ? und Klimaschutz-wirksamsten - Szenarien 3 und 3a, so bieten starre Regelungen keinerlei Vorteile beim Klimaschutz. Eine flexible Anwendung der Verwertungshierarchie und die Nutzung von Marktkräften ist damit die erste Wahl: Sie wird da marktkonform, bei gleicher Umweltleistung verlässlicher implementiert. Nach Meinung der Autoren spricht zudem alles dafür, dass eine verstärkte energetischen Nutzung von Abfällen nicht, wie häufig angenommen, auf Kosten stofflicher Verwertungsoptionen geht: Länder mit hohen energetischen Verwertungsraten weisen gleichzeitig auch die höchsten Recyclingraten auf. Explizit fordert Prognos die stoffliche und energetische Nutzung von Abfällen zu fördern, um durch einen optimierten Verwertungsmix das Potential zur Reduktion klimarelevanter Emissionen voll auszuschöpfen.
Bei der Vorstellung der Ergebnisse in Brüssel und Ljubeljana appellierte
Zur Studie: www.prognos.com/Singleview.306+M5446711667f.0.html
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