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Kunststoffverpackungen recyclinggerecht gestalten

Beim IK Nachhaltigkeitstag wurde der Leitfaden zum Eco-Design vorgestellt. Der Grüne Punkt kündigt einen Online-Guide an.

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen hatte bereits zum dritten Nachhaltigkeitstag eingeladen, um über das Thema Eco-Design von Kunststoffverpackungen zu informieren und zu diskutieren. Der von der IK initiierte Runde Tisch Eco-Design erarbeitet derzeit Richtlinien, die nicht nur die Recyclingfähigkeit zum Thema haben, sondern den gesamten Lebensweg einer Verpackung berücksichtigen sollen. Beim Nachhaltigkeitstag gab Dirk Jepsen von Ökopol (Hamburg) einen Einblick in den derzeitigen Stand der Richtlinien, nachdem Dr. Isabell Schmidt über das gesetzliche und gesellschaftliche Umfeld, in dem sich Kunststoffverpackungen aktuell bewegen, informiert und an den Kreis appelliert hat, sich den Herausforderungen hinsichtlich mehr Recyclingfähigkeit aktiv zu stellen. Jepsen wies bei seiner Vorstellung des Leitfadens, der aus verschiedenen Modulen (Broschüre mit einem Kernleitfaden und eine Website mit konkreten Umsetzungsvorschlägen) bestehen wird, auch darauf hin, dass zur Vermeidung negativer Umweltauswirkungen mehr als Recyclingfähigkeit gehöre. Auch Dr. Christian Detrois von Nestlé verwies auf die Bedeutung des gesamte Lebensweges. Insofern könne nur eine Ökobilanz letztlich Auskunft über den ökologischen Nutzen einer Verpackung geben. Dr. Joachim Christian von HTP klärte schließlich über den aktuellen Status zur Recyclingfähigkeit von Kunststoffverpackungen auf, wobei er gut zwei Drittel der Verpackungen heute schon als recyclingfähig ansieht. Für den Rest, den er spezifizierte, machte er beispielhaft Vorschläge, wie der Anteil an recyclingfähigen Verpackungen erhöht werden könnte. In zwei anschließenden parallelen Workshops konnten die Teilnehmer einen Einblick in die Praktikabilität von Richtlinien und Tools wie Recyclass oder das Cyclos-HTP-Tool zur Einstufung der Recyclingfähigkeit gewinnen. Zumindest zwei Erkenntnisse konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen: Die dezidierte Entscheidung einer Unternehmensleitung für Recyclingfähigkeit ist zwingende Voraussetzung, um das Thema erfolgreich zu implementieren. Und bei den Festlegungen der Ziele, die vor den Maßnahmen zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit erfolgen müssen, muss der Kunde mit an den Tisch.

Eine weitere aktuelle Initiative zur recyclinggerechteren Gestaltung von Kunststoffverpackungen hat Der Grüne Punkt gestartet: eine Online-Broschüre, die erläutere, wie „Design4Recycling“ bei Kunststoffverpackungen funktioniere. Mithilfe von Materiallisten zu verschiedenen Polymeren und einer Checkliste sollen die User vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten einschätzen können. Der Online-Guide soll regelmäßig überarbeitet werden. Er kann unter www.design4recycling.de bestellt werden.

Quellen:

  • BKV
  • PM des Grünen Punkts (8.2.2017)
  • Foto: pixelio / Tim Reckmann